Elemente

Die verschiedenen Elemente

Traditionelle und moderne Elemente bilden die komplette Kampfkunst.

Zunächst besteht traditionell eine Dreiteilung zwischen Poomse, Kyorugi und Kyok- pa im TKD.

Poomse (Form)
In früheren Zeiten, als das System des Freikampfes (Kämpfen nach festgelegten Regeln) noch nicht erfunden war, mussten Alternativen gefunden werden, um die zum Teil gefährlichen Techniken zu trainieren. Mit den Übungsformen konnten alle Techniken systematisch und gefahrlos geübt werden, da alle Angriffe und Verteidigungen gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner ausgeführt werden.

Diese Übungsformen sind zum Teil sehr alt und haben auch verschiedene Entwicklungen hinter sich. Die Gründe für das Entwickeln einer Form haben sich im Laufe der Jahre, und der Meister die sie entwickeln, verändert. So waren die Gründe, in China vor 1600 Jahren reine Selbstverteidigung. Während mit dem Aufkommen des Buddhismus, eher die Stärkung des Geistes und des Körpers, betont wurde. In jeder Kampfkunst existieren solche Übungsformen, manche wurden aus der Beobachtung der Tierwelt, manche aus Kämpfen zwischen Menschen weiterentwickelt. In Japan bezeichnet man Formen Kata, in China Kuen, und in Korea Tul, Hyong oder Poomse.
In erster Linie ist eine Form eine Aneinanderreihung von Techniken. Sie kann aber zu einer Übung für das "Do" werden, wenn die Gesamtstrukturen des Kampfkunstübens verstanden werden. Dabei führen Geist, Konzentration, Kraftfluss, Atmung, Rhythmus und Präzision zum Verständnis der Form, des Kampfstils, und der Kampfkünste überhaupt. Die Formen sind ein wichtiges Mittel zum Verständnis der Kampfkunst.

Die ersten acht Poomse werden mit Taeguk bezeichnet. Taeguk bedeutet frei übersetzt "die Größe der Ewigkeit". Damit ist nach asiatischer Philosophie das "Sein", ohne Anfang und ohne Ende gemneint. Dieses Kreisprinzip liegt dem Sinn der Poomse zugrunde. Acht philosophische Grundgedanken geben ihnen eine Bedeutung. Außer diesen acht Grundformen gibt es noch neun weitere Meisterformen.

Die Techniken sollen fließend, kraftvoll und mit der richtigen Geschwindigkeit ausgeführt werden. Die Poomse schult Technik, Koordination, Konzentration und Atmung.

 
Kyorugi (Kampf)
Beim Kampf findet eine Auseinandersetzung körperlicher und geistiger Art statt. Neben Technik und Taktik werden auch hier im besonderen die charakterlichen Fähigkeiten gebildet und gefordert.

Kyorugi ist auch die olympische Disziplin des Taekwondo. Zwei Wettkämpfer tragen eine Schutzausrüstung bestehend aus Kopf-, Unterarm-, Schienbein- und Tiefschutz sowie eine Weste und versuchen innerhalb von zwei oder drei Runden regelgerechte Treffer an zu bringen.

Wettbewerbe sind ein Ausdruck der natürlichen Instinkten des Menschen sich mit anderen Menschen zu messen. Viele Taekwondoin wünschen sich, nachdem sie sich mit viel Anstrengung technisch entwickelt haben, ihr Können im Kampf mit anderen Taekwondo-Sportlern zu vergleichen, um festzustellen, wie weit ihre technische Entwicklung vorangeschritten ist und ob sie anderen Sportlern überlegen sind. Der Taekwondo-Wettkampf ist in diesem Fall dazu sehr gut geeignet, da die Sportler durch eine Schutzausrüstung geschützt werden und die Regeln des Taekwondo-Vollkontakt-Wettkampfes eine schwere Verletzung des Sportlers ausschließen.

"Auge in Auge mit dem Gegner, purer Wettbewerb Mensch gegen Mensch. Aber nicht den Naturgesetzen, sondern den edlen Regeln und Ritualen der Sportart folgend.
Ob Aikido, Ju-Jutsu, Karate, Sumo-Ringen oder Taekwondo: Diese Kampfsportarten aus Asien üben nicht zuletzt deshalb eine so große Faszination aus, weil sie das Gegenüber so viel mehr respektieren, als es die Natur vorschreibt, und weil sie bei dem Kämpfer selbst die Harmonie von Körper und Geist fordern. Wer diesen Respekt empfindet, lässt sich gerne in den Bann des edlen Kämpfens ziehen." (World Games 2005)

Im freien Kampf werden alle Techniken, die man im Grundschultraining gelernt hat, durchgeführt. Man ist von starren Partnerübungen gelöst und der Imaginäre ist ein echter Kämpfer. Im Wettkampf muss die eigene Technik der Situation entsprechend schnell und sauber angebracht und die gegnerischen Attacken schon im Ansatz erkannt und gestört werden. Der Wettkämpfer muss sehr schnell entscheiden und Einseitigkeit in seinem Kampf vermeiden, indem er seine Techniken kombiniert, und Kontertechniken anbringt.
Der Wettkampf mit Vollkontakt stellt an den Taekwondoin hohe physische und psychische Anforderungen. Dieser fordert sehr viel Kondition, schnelle Reaktion, Selbstdisziplin und Mut.

 
Kyok- pa (Bruchtest)
Ein weiterer Teil dieser koreanischen Kampfkunst ist der Bruchtest, im koreanischen "Kyokpa" genannt. Der Bruchtest stellt nicht den Sinn und Zweck des Zerstörens dar. Mit ihm soll die Wirkung einer Technik erprobt werden, man versucht durch Tritte, Schläge oder Stöße Holzplatten, Ziegelsteine und ähnliche Materialien zu zerbrechen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich dabei beliebig steigern, z.B. in dem man das Material frei hängt oder die Technik im Sprung oder über ein Hindernis ausführt.
Der Bruchtest setzt einen gewisser Grad an technischer Perfektion, geistiger und seelischer Kraft und Schnelligkeit voraus.
Das Zerbrechen unüberwindlicher Materie erfordert höchste Konzentration und Harmonie von physischer und psychischer Kraft.
Zum Prüfungsprogramm gehört der Kyokpa ab Blaugurt.

 

Neben diesen drei Teilen ergänzen andere Elemente das komplexe System des TKD

Gibon dongjak (Grundschule)
Taekwondo beginnt und endet mit der Grundtechnik.
In der Grundschule werden die verschieden Abwehr- und Angriffstechniken und Stellungen erlernt, diese bilden die Grundlage und Vorraussetzung für alle anderen Bereiche.

Die Grundschule wird in vielen Variationen geübt: in der Gruppe, mit Partner, allein, an Trainingsgeräten, schnell, langsam, als Einzeltechnik, als Kombination, auf Kondition oder auf Genauigkeit bedacht.

Hanbon Kyorugi (Einschrittkampf)
Der Einschrittkampf dient der Anwendung erlernter Grundtechniken im abgesprochenen Kampf mit dem Partner. Dabei wird auf einen konkreten Angriff möglichst variationsreich und genau mit Grundtechniken reagiert. Hierdurch lernt man, Angriffs- und Abwehrtechniken im richtigen Augenblick und Abstand anzuwenden und das Ziel genau zu treffen.

Hosinsul (Selbstverteidigung)
Im Bereich Hosinsul wird der Fortgeschrittene mit der realistischen Selbstverteidigung vertraut gemacht. Auf zahlreiche Angriffsmöglichkeiten von Halten bis Würgen hin zur Abwehr gegen Angriffe mit Waffen, wird die nicht standardisierte Verteidigung trainiert.

Die realistische Selbstverteidigung erfordert das Verstehen der Grundtechniken; die erlernten Techniken müssen sicher und gut beherrscht werden. Dazu muss mit einem Höchstmaß an Aufmerksamkeit, Entschlossenheit, Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit und Einfühlungsvermögen auf die konkrete Gefahrensituation reagiert werden.

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